Stan Roukens
Exhibition Humanoids
13-06-2026 -31-08-2026
Stan Roukens – Humanoids
In diesen Arbeiten begegnen wir menschlichen Figuren und Gestalten, die zugleich vertraut und fremd wirken. Sie tragen eine vielschichtige Präsenz in sich – eine Verbindung von Würde und Verletzlichkeit, Triumph und Bescheidenheit, Sehnsucht und Zurückhaltung. Roukens’ Skulpturen erinnern an Wesen aus einer parallelen Wirklichkeit: hybride Formen, die die Grenzen zwischen Körper, Objekt und Symbol erweitern.
De Parelman strahlt eine stille, beinahe mythische Aura aus – wie ein Hüter verborgener Werte. Pandora stellt die Frage, was freigesetzt wird, wenn wir es wagen, die Büchse des Menschlichen zu öffnen: Hoffnung, Chaos, Neugier und Konsequenzen, vereint in einer einzigen Gestalt. In der Serie La Condition Humaine zeigen Victory und Modest zwei Seiten derselben Medaille: die Blume des Triumphs neben der stillen Blume der Bescheidenheit. Beide sind fest in der Materialität verwurzelt – Keramik auf Marmor – und wirken dennoch leicht, beinahe ätherisch.
Roukens arbeitet mit traditionellen Techniken – Modellieren, Keramik und Steinbearbeitung –, setzt diese jedoch ein, um etwas Zeitgenössisches und Vielschichtiges zu erschaffen. Seine Figuren wirken wie archäologische Funde aus unserer eigenen Zeit: Sie erinnern an die Greifbarkeit des Daseins, an die Fragilität von Identität und an die poetische Spannung unserer Beziehung zur Welt um uns herum. Sie laden zu einem langsamen Blick ein – einem Blick, der zugleich nah und distanziert, ironisch und aufrichtig ist.
Diese Eröffnungsausstellung in Holwert präsentiert Humanoiden, die nicht bloß Abbilder des Menschen sind, sondern Spiegel unserer komplexen, widersprüchlichen und immer wieder neu zu konstruierenden Menschlichkeit.
Biografie
Stan Roukens (*1956) lebt und arbeitet in Friesland. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste Maastricht und setzte seine Ausbildung an der postgradualen Jan van Eyck Akademie fort. Sein Werk wird von einer anhaltenden Faszination für Technik, Material und die Art und Weise getragen, wie Menschen sich zu ihrer Umgebung verhalten.
In seinen frühen Installationen erforschte Roukens die Ästhetik industrieller Produktion. Maschinen und technische Systeme rekonstruierte er und löste sie aus ihrer ursprünglichen Funktion heraus. Durch diese Verschiebung rückten Aspekte wie Rhythmus, Bewegung, Energie und Zeit in den Mittelpunkt und wurden als eigenständige skulpturale Qualitäten sichtbar.
Im Laufe der Jahre verlagerte sich sein Interesse von der Dekonstruktion zur Rekonstruktion. Während seine früheren Arbeiten bestehende Systeme analysierten und zerlegten, widmet er sich heute der Neuordnung von Fragmenten und Bedeutungen. Dabei arbeitet er mit unterschiedlichen handwerklichen Techniken, darunter Gold- und Silberschmiedekunst, Keramik, Modellieren und Steinbearbeitung. Diese traditionellen Verfahren nutzt er, um Spuren von Geschichten, Erinnerungen und Wissen in neue Formen zu überführen.
Roukens versteht seine künstlerische Praxis als eine Untersuchung dessen, was in einer sich rasch wandelnden Welt verloren zu gehen droht. Seine Skulpturen sind keine nostalgischen Verweise auf die Vergangenheit, sondern zeitgenössische Konstruktionen, in denen Materialität, menschliche Erfahrung und handwerkliches Können einen neuen Stellenwert erhalten. Rekonstruktion dient ihm dabei als Methode, aus bestehenden Fragmenten neue Zusammenhänge und Bedeutungen entstehen zu lassen.
Nach seinem Studium nahm Roukens an zahlreichen Gruppenausstellungen teil und realisierte Einzelausstellungen, unter anderem in De Fabriek, im Museum Het Domein und im Provinzialmuseum Hasselt. Für sein Werk wurde er mit dem Pierre de Touche-Preis für Bildhauerei ausgezeichnet und mehrfach vom Mondriaan Fonds gefördert.
Zwischen 2000 und 2020 war Roukens als Produktdesigner sowie als Dozent für Bildende Kunst, Design und Technologie tätig. In seinen heutigen Arbeiten verbinden sich sein Interesse an Handwerk, Technik und materieller Kultur zu Skulpturen, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpfen.






