
HUMANOIDS
Die menschliche Figur gehört zu den ältesten Motiven der Kunst. Und doch erscheint sie heute weniger selbstverständlich als je zuvor.
Technologische Entwicklungen, ökologische Veränderungen und ein Wandel der Vorstellungen von Identität und Gemeinschaft werfen neue Fragen darüber auf, was es bedeutet, Mensch zu sein. In Humanoids wird die menschliche Figur daher nicht als feststehene Größe verstanden, sondern als etwas, das sich fortwährend formt, hinterfragt und neu imaginiert wird.
Die Künstlerinnen und Künstler dieser Ausstellung zeigen unterschiedliche Erscheinungsformen des Menschlichen. Bei Cindy Sprokel verschmilzt der Mensch mit tierischen Merkmalen. Ferenc Erdok verortet den Körper in digitalen und virtuellen Welten. Maaike Meindertsma untersucht die Präsenz und Abwesenheit des Körpers selbst. Stan Roukens begreift den Menschen als kulturelles Konstrukt, das ständig rekonstruiert wird. In den Arbeiten von Douwe Elias, Wouter Berns, Fred Landsman, Joyce Eijkhout, Roos Vink und Rolina Nell erscheint die Figur als Erinnerung, Archetyp, Charakter, Spiegel oder Projektion.
Gemeinsam zeigen diese Künstlerinnen und Künstler, dass das Menschliche keine klar umrissene Kategorie ist, sondern ein dynamisches Feld von Beziehungen und Bedeutungen. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Natur und Kultur, zwischen Körperlichkeit und Imagination, zwischen dem Persönlichen und dem Kollektiven.
Der Humanoid ist hier kein Wesen aus einer fernen Zukunft. Er ist das Bild eines Menschen, der in einer Zeit des Wandels lebt.
Gerade deshalb bildet Humanoids den idealen Ausgangspunkt für Postpartum. Die Ausstellung untersucht, wie Künstlerinnen und Künstler neue Bildwelten für eine Welt entwickeln, in der alte Gewissheiten verschwinden und neue Formen von Bedeutung erst im Entstehen begriffen sind.
