Cindy Sprokel
Exhibition Humanoids
13-06-2026 -31-08-2026
Cindy Sprokel – Humanoids
In der Eröffnungsausstellung Humanoids präsentiert Cindy Sprokel hybride Figuren, die auf den ersten Blick vertraut erscheinen, bei näherer Betrachtung jedoch irritieren. Menschliche Körper verschmelzen mit gefundenen und sorgfältig präparierten Vogelteilen – Schädeln, Flügeln und Beinen – und lassen Wesen entstehen, die zugleich anmutig und befremdlich wirken.
Sprokel verbindet das Intime mit dem Unheimlichen, das Fragile mit dem Monumentalen. Ihre Figuren scheinen in einem Moment der Verwandlung eingefroren zu sein: nicht ganz Mensch, nicht ganz Tier, sondern etwas dazwischen. Sie strahlen eine melancholische Zärtlichkeit aus und bewahren zugleich etwas Wildes und Unfassbares. Indem sie Überreste aus der Natur verwendet, die andernfalls verloren gingen, erschafft sie neue Wesen, die sowohl wie Echos mythischer Erzählungen als auch wie ein Kommentar zu unserem heutigen Verhältnis zum Lebendigen wirken.
Die Arbeiten bewegen sich an der Grenze des Wiedererkennbaren. Sie laden zu einem doppelten Blick ein: einerseits zu einem Gefühl von Staunen und Nähe, andererseits zu einer leichten Verfremdung. Als würden wir einen flüchtigen Blick auf eine mögliche zukünftige Menschlichkeit erhaschen – oder auf die Erinnerung an etwas, das wir einst waren und inzwischen verloren haben.
Mit einer präzisen, beinahe alchemistischen Aufmerksamkeit für Material und Form untersucht Sprokel, wie das Menschliche und das Nichtmenschliche ineinander übergehen können. Ihre Humanoiden sind keine Monster, sondern vielmehr poetische Mutationen, die die Grenzen unseres Selbstbildes behutsam und zugleich eindringlich erweitern.
Sie wirken zugleich zeitgenössisch und zeitlos: verletzlich, widerstandsfähig und voller Wunder.
BIOGRAFIE
Cindy Sprokel (*1961 in Maastricht) studierte Bildhauerei an der Klassischen Akademie für Bildhauerei in Groningen, die sie 2018 abschloss. Ihre Wurzeln im äußersten Süden der Niederlande und ihre Tätigkeit in einem Theaterumfeld bilden einen wichtigen Nährboden für ihr künstlerisches Schaffen. In ihren Arbeiten findet sich immer wieder ein feines Augenzwinkern in Richtung des Karnevalesken und Theatralischen – eine Begegnung zwischen der überschäumenden Lebensfreude ihrer limburgischen Herkunft und der stillen Nüchternheit des Nordens.
Im Mittelpunkt ihres Werks stehen hybride Figuren, in denen Mensch und Vogel miteinander verschmelzen. Ausgehend vom klassischen menschlichen Körper fügt sie tierische Elemente hinzu und entwickelt so eine Bildsprache, die gleichermaßen befremdlich wie überzeugend ist. Ihre Skulpturen bewegen sich an der Grenze zwischen Wirklichkeit und Imagination: unverkennbar menschlich und zugleich mit eindeutigen Merkmalen von Vögeln versehen. Die häufig tänzerischen Haltungen und feinen Bewegungen verleihen den Figuren ihren eigenen Charakter und eine besondere Spannung.
Für ihre Skulpturen verwendet Cindy gefundene und selbst präparierte Vogelteile, darunter Schädel, Flügel und Beine. Die Krähe – ein Vogel, der sie besonders fasziniert – kehrt immer wieder in ihrem Werk zurück. Wiederverwendung und Transformation spielen dabei eine zentrale Rolle; in vielen ihrer Skulpturen erhalten vorhandene Materialien ein neues Leben und eine neue Bedeutung.
Nach ihrem Studienabschluss initiierte Cindy das Groninger Bildhauerkollektiv Het Paradijs, in dem Künstlerinnen und Künstler gemeinsam arbeiten und ausstellen. Darüber hinaus ist sie Mitglied der Künstlergruppe De Quasi Realisten. Neben ihrer eigenen künstlerischen Praxis ist sie als Dozentin tätig und mit der Klassischen Akademie, Bij Vrijdag und Het Paradijs verbunden.
CV
SOLO & GROUP EXHIBITIONS (EEN SELECTIE)
Kunstmaand Ameland
Beeldentuin Kasteel Ravesteyn, Heenvliet,
Kasteel Groeneveld, Baarn, Iconenmuseum, Kampen,
De Hortus, Groningen
Galerie Forma Aktua, Groningen
De Stadsgalerie, Groningen





